Juli 2010

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Datum Wer Tagebucheintrag
04.07.2010





Dosenöffner
Wir alle haben in den letzten Tagen unter der Hitzer gelitten. Weder Zweibeiner noch Vierpföter konnten sich wirklich zu etwas aufraffen. Alle haben nur platt in der Gegend rum gelegen. Warm ist ja gut, aber heiß muß nicht wirklich sein. Also haben wir uns nur bewegt, wenn es wirklich notwendig war. Und heute war es notwendig, wie Oma zu berichten weiß.
04.07.2010





Oma
Seit 2 Tagen mache ich kein Pipi mehr, obwohl ich den Drang dazu verspüre. Ich setzte mich dann aufs Klo und versuche es, aber es kommt nichts oder nur ein paar Tropfen. Naja, ich trinke ja auch nicht viel und der Rest verdunstet wahrscheinlich bei der Hitze.

Die Zweibeiner haben sich um mich Sorgen gemacht. Und zwar so viel, dass ich heute in die Transportbox gesteckt wurde und es mit dem Auto los ging. Diemal war der Weg aber viel länger als sonst. Es ging nach Hanau. Dort hatte eine Tierärztin Notdienst, die auch ein Labor hat. Ohje, Labor heißt bestimmt auch wieder Nadeln und pieksen.

Wir konnten nach dem Papierkram dann auch sofort in den Behandlungsraum und meine Geschichte wurde erzählt. Danach wurde ich abgetastet und die Ärztin meinte nur, dass meine Blase leer sein. Von daher besteht also keine Vergiftungsgefahr für mich und meine Nieren. Und dann wurde es unangenehm. Fieber sollte gemessen werden und das mag ich gar nicht. Unfair, daß ich dann mit 2 Menschen festgehalten wurde und die Ärztin mir das Thermometer in den Po schob. Ich habe kein Fieber und das bestätigte dann auch die Tierärztin.

Und es kam noch schlimmer. Blut sollte ich abgeben. Och nö, nicht mit mir. Ich habe gekämpft wie ein Löwe, doch letztendlich habe ich kleine Katze gegen 4 Arme keine Chance. Die Ärztin hat mich dann in die Pfote gepiekst, doch das Blut wollte nicht fließen. Na toll, das bedeutet also noch mehr Piekser. Man murmelte irgendwas von "Venen kollabieren" usw. Mir doch egal. Ich wollte nur wieder in den Korb und nach Hause. Und zwar SOFORT!

Doch alles Jammern half nichts. Auch die andere Pfote wurde rasiert und dann mit der Nadel traktiert. Aber hier floss genau so wenig Blut wie an der Anderen. Doch jetzt wurde ich gemolken. Bin doch keine Kuh! Einer pumpte unten und einer oben. Und tatsächlich kam so viel Blut zusammen, dass eine Untersuchung möglich war. Puh, mein Herz raste und ich bin wie der Blitz wieder in der Box verschwunden.

Jetzt hieß es warten auf die Ergebnisse. In der Zeit wurde ich gekrault und gestreichelt und so langsam habe ich mich dann auch beruhigt. Doch schon wieder wurde ich ins Behandlungszimmer geschleppt. Die Ärztin hat dann die Laborergebnisse mitgeteilt. Irgendwo habe ich wohl eine Entzündung, meinte sie. Und das meine CERA Werte leicht erhöht sind, also meine Nieren ein klitzekleines Problem haben. Ansonsten bin ich gesund. Na also. Nur vielleicht etwas ausgetrocknet, was aber bei meiner Statur nicht so genau festgestellt werden konnte.

Doch dann wurde ich wieder unter Zwang aus meiner Box geholt und wieder wurde ich gepiekst. Ein Antibiotikum, ein entkrampfendes Mittel für die Blase und irgendwas was sich NaCl nennt. Endlich war alles vorbei und ich konnte wieder in meine Box. Hoffentlich jetzt bis wir wieder zu Hause sind.

Nach dem der Zweibeiner noch bezahlt hat ging es dann auch auf direktem Weg in die mir bekannten 4 Wände. Glücklich bin ich dort auch freiwillig aus der Box raus. Irgendwie hatte ich wieder den Drang zu pieseln. Und es wurde immer schlimmer. Ich hab's dann einfach laufen lassen. War ja schließlich nicht viel. Ich fand's nur Komisch, dass die Dosenöffner sich sogar darüber gefreut haben, obwohl kein Katzenklo in der Nähe war. Komische Menschen sind das. Wenn sie wollen, dann mache ich jetzt immer irgendwo hin. Doch prompt kam dann der Zusatz, das nächste Mal doch bitte wieder das Katzenklo zu benutzen. Na, das überlege ich mir aber noch. Ein wenig Durst hatte ich dann auch und so habe ich einen Abstecher zum Wassernapf gemacht und auch hier kam Freude bei den Menschen auf.

Trotzdem soll ich morgen noch mal zu unserer Tierärztin gebracht werden. Och nö, nicht schon wieder. Aber wirklich dagegen wehren kann ich mich ja nicht. Also heißt es morgen für mich tapfer sein und die Qualen ertragen.

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